Das Sozialministerium und das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg haben 1998 die Rahmenkonzeption Frühförderung verabschiedet. Darin sind die fünf Grundsätze der Frühförderung formuliert, die nach wie vor aktuell sind:

Ganzheitlichkeit: Das Kind wird in der Frühförderung als Gesamtpersönlichkeit in seiner sozialen Umwelt angenommen und in seiner Entwicklung gefördert.

Familienorientierung: Die Eltern sind Auftraggeber der Frühförderung. Sie entscheiden mit über Fördermaßnahmen und werden stets umfassend informiert. Auf ihren Wunsch werden die Eltern unterstützt, gestärkt und begleitet.

Interdisziplinarität: Fachkräfte aus dem medizinisch- therapeutischen und dem pädagogisch-psychologischen Bereich arbeiten im Team und können fachübergreifend auf die verschiedenen Bedürfnisse des Kindes und seiner Familie eingehen, ohne die Begrenzungen rein medizinischer oder rein pädagogischer Teams zu haben.

Dezentralisierung: In allen Stadt- und Landkreisen Baden- Württembergs sollen Interdisziplinäre Frühförderstellen ein gerichtet sein bzw. werden und damit für Kinder und ihre Eltern regelmäßig erreichbar sein.

Kooperation und Koordination aller Hilfen: Entwicklungsförderung gelingt besonders gut, wenn fachliche Unterstützungsmaßnahmen für ein Kind aufeinander abgestimmt sind und so aus einem Guss angeboten werden können. Inter-disziplinäre Frühförderstellen arbeiten deshalb mit den für das Kind relevanten Einrichtungen, wie z.B. Sonderpädagogischen Beratungsstellen im Schulbereich, Sozialpädiatrischen Zentren, Kindertagesstätten zusammen, um für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten gemeinsam eine gute Versorgung im Vorschulalter zu bieten.